In einer bedeutenden Maßnahme zur Eindämmung der Dominanz von Technologieriesen hat die Europäische Union Untersuchungen gegen Apple, Meta (ehemals Facebook) und das Mutterunternehmen von Google eingeleitet. Diese Maßnahme erfolgt im Rahmen des kürzlich erlassenen Digital Markets Act (DMA), der auf das sogenannte “Gatekeeping”-Verhalten in der Technologiebranche abzielt.
Der DMA, der im März in Kraft trat, sieht empfindliche Strafen vor, wobei Unternehmen bei Nichtbefolgung mit Geldstrafen von bis zu 10% ihres weltweiten Umsatzes rechnen müssen.
Eine der zentralen Bestimmungen des DMA verlangt von Unternehmen, App-Entwicklern zu ermöglichen, Nutzer ohne zusätzliche Kosten zu Produkten außerhalb ihrer eigenen Plattformen zu führen. Darüber hinaus sind Plattformen, die Suchergebnisse ranken, verpflichtet, alle Auflistungen unparteiisch zu behandeln, ohne Drittanbieterdienste zu benachteiligen.
Die Europäische Kommission, das Exekutivorgan der EU, äußerte Bedenken über Beschränkungen, die von Apple und Alphabet (Mutterunternehmen von Google) auferlegt wurden und die Entwickler daran hindern, Dienste anderer Unternehmen auf ihren jeweiligen Plattformen zu bewerben.

Konkret werden die Suchergebnisse für Dienste wie Google Shopping und Google Flights überprüft. Bei Apple wird untersucht, ob Benutzer Softwareanwendungen einfach deinstallieren und Standardeinstellungen, Browser und Suchmaschinen auf ihren iOS-Betriebssystemen ändern können.
Meta, als Eigentümer von Facebook, WhatsApp und Instagram, steht im Fokus der Aufsichtsbehörden aufgrund seines neuen Abonnementmodells “Bezahlen oder Einwilligen” für EU-Nutzer und ob es mit den neuen Regelungen zur Verwendung personenbezogener Daten übereinstimmt.
Thierry Breton, der EU-Kommissar für den Binnenmarkt, betonte laufende Gespräche mit den Unternehmen, betonte jedoch die Notwendigkeit fairerer und offenerer digitaler Räume für europäische Bürger und Unternehmen. Breton warnte vor hohen Geldstrafen, sollten die Untersuchungen einen Mangel an DMA-Konformität feststellen.
Diese Untersuchung ist Teil eines breiteren Trends von Regulierungsmaßnahmen gegen Technologieriesen wegen wettbewerbswidriger Praktiken und der Nutzung personenbezogener Daten, insbesondere in Europa.
Anfang dieses Monats wurde Apple mit einer Strafe von 1,8 Milliarden Euro belegt, weil es angeblich seine dominierende Position bei der Verbreitung von Musik-Streaming-Apps über seinen App Store missbrauchte.
Apple äußerte sich zuversichtlich in Bezug auf die Einhaltung des DMA und versprach, bei der Untersuchung der Europäischen Kommission mitzuwirken. Google bekräftigte sein Engagement, seinen Ansatz zu verteidigen, und verwies auf bedeutende Änderungen seiner Dienste. Meta erklärte seine Bemühungen, den EU-Regeln zu entsprechen, insbesondere in Bezug auf sein Abonnementmodell als Alternative zur Werbung.
Das Ergebnis dieser Untersuchungen könnte weitreichende Auswirkungen auf die Regulierung von Technologieriesen und die digitale Landschaft in Europa haben.